(...) Es hat sich immer wieder
gezeigt, dass Getreide ohne eine entsprechende Lagerpflege nicht über einen längeren
Zeitraum gelagert werden kann. Das bedeutet letztlich eine Abkühlung des Getreides auf
eine Endtemperatur von ca. 6-8°C, bei der die an anderer Stelle genannten Erscheinungen
nicht mehr auftreten. Gleichzeitig wird die Entwicklung von Pilzen, Mikroorganismen und
tierischen Schädlingen gehemmt, bzw. unterbunden. (...)Mit
zunehmender Lagerdauer kühlen bei einem Getreidehaufwerk die Flanken, bzw. bei einem Silo
die äußeren Schichten aus. Durch den wärmeren Kern entwickelt sich eine Eigenthermik,
die frei werdenden Wasserdampf nach innen und dann nach oben transportiert und über kurz
oder lang dazu führt, dass der Stapel an der Oberfläche feucht wird und das Korn
anfängt zu keimen. (...)
Die für die Abkühlung trockener Getreidepartien benötigte
Luftrate ist (...) relativ gering und kann mit kleinen Gebläsen bereitgestellt werden.
(...) Die Luftverteilung im Stapel ist relativ einfach, da davon auszugehen ist, dass mit
einer Luft gearbeitet wird, deren Temperatur unter der des Getreidestapels liegt. Die Luft
wird sich zunächst unten verteilen und dann, bedingt durch die Silowände, nach oben
steigen. Daraus resultiert ein relativ weiter Kanalabstand im Verhältnis 1 : 1 zur
Schütthöhe, max. 6 m. (...)
Wichtig ist in jedem Fall eine Temperaturüberwachung
der Getreidestapel, um bei einem zu hohen Grad der Wiedererwärmung eine erneute
Abkühlung vorzunehmen. Sie kann preiswert mittels Einstechthermometern
durchgeführt werden, was allerdings eine Zugänglichkeit der Silos von oben erfordert.
Die Einstechtiefe des Thermometers dürfte aufgrund des erforderlichen Kraftaufwandes
jedoch begrenzt sein. Aufwändiger vom Investitionsaufwand sind elektronische
Temperaturmessgeräte, bei denen der Wert eingestellt werden kann, bei dem eine
Nachkühlung vorgenommen werden soll. Ist dieser Wert erreicht, zeigt ein optisches oder
akustisches Signal die erforderliche Nachkühlung an.
Die komfortabelste (...) Lösung sind fest eingebaute Temperaturüberwachungsanlagen, bei denen je nach
Silogröße ein oder mehrere Messgehänge mit mehreren Messpunkten Verwendung finden.
Diese Messpunkte können von einer zentralen Stelle aus entweder manuell oder automatisch
angesteuert und die Werte abgelesen werden.
Bei der Belüftung bzw. Kühlung mit Außenluft sind
sowohl die Korntemperatur als auch die Außentemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit
von Bedeutung.