deutsch english NL francais italiano espagnol portugues RUS CZ SK PL HU YU BG RO
Home ] feedback ] suchen - search ] ../infos.htm ]

Nach oben

Pressemitteilung:  Erntefeuchte -
zentrale Führungsgröße im Drusch von Saat- und Sonderkulturen

Redaktioneller Vorspann:

Wenn die Korn- und Strohfeuchte im Mähdrusch ein zentrales Element aller Einsatzentscheidungen und Kostenfaktoren darstellt, so ist es im Drusch von Saat- und Sonderfrüchten die zentrale Führungsgröße schlechthin. Mit anderen Worten, die Kornfeuchtemessung ist in der Mähdruschemte der Schlüssel der Entscheidung.

Der Mähdrusch von Saatgut ist um die notwendige Keimfähigkeit zu sichern ohnehin an einen jeweils an die Frucht gebundenen Feuchtebereich gebunden. Es ist aber auch das Wechselspiel von Fahrgeschwindigkeit (Durchsatz und damit der Umfang der Beaufschlagung des Druschgutes) und Mähdreschereinstellung (also Eingriff und damit auch der Umfang der Beaufschlagung des Druschgutes) die den gekonnten Saatgutdrusch ausmacht. Die bestmögliche Beachtung der Möglichkeiten bringt im Drusch von Saatgut und Sonderkulturen noch höhere wirtschaftliche Ergebnisse - bzw. erschließen Reserven - wie sie im Getreidedrusch nachgewiesen wurden. Die Autoren geben dazu für alle Saat- und Sonderfrüchte geltende Ratschläge.

Saatfrüchte aller Art sollen zur Erhaltung einer hohen Keimfähigkeit möglichst im günstigsten Reife- und Feuchtebereich geerntet werden. Für Getreide zeigt dies in der Tendenz Abb 1. Für Grassamen gelten die von POHLER aufgestellten Grundsätze (Tab. 1).

Daraus ergeben sich aber für die Saatgutfrüchte unterschiedliche Schlußfolgerungen. Während bei Wiesenschwengel die Keimfähigkeit nur von 95 auf 96 % steigt, steigen die Ausfallverluste von 0 auf 30,3.. Bei Knaulgras steigt die Keimfähigkeit nur von 88 auf 87 %, die Ausfallverluste jedoch auf 72 % (!). Dafür steigt bei Wiesenlieschgras die Keimfähigkeit von 86 auf beachtliche 93%. Der Ausfall steigt nur von 0 auf 3,7 %. (Tab. 2).

Die von POHLER dargestellten Werte sind natürlich durch die seither erfolgte Züchtung und Anbautechnologie so in den einzelnen grasvermehrenden Agrarunternehmen nicht zu übernehmen. Die Tabellen 1 und 2 zeigen, zunehmende Reife bringt höhere Keimfähigkeit, aber auch zunehmende Ausfallgefahr. Das Berücksichtigen von Schlagunterschieden, das ständige Messen der Kornfeuchte und das Prüfen von Ausfallgefahr (Fruchtstand in einem Bündel auf die geöffnete Handfläche schlagen) sind die Maßnahmen, die in Bezug auf Feuchte- und Reifeprüfung nötig sind. Ein gutes Feuchtemessgerät ist dazu Voraussetzung.

 

Der Tagesverlauf entscheidet

Bei Erreichen der Druschfähigkeit entscheidet im Laufe eines "normalen Sommertages" der Tagesverlauf, daß heißt der von uns oft dargestellte "Tagesberg" in der Leistung. Darin zunächst der Feuchteverlauf an einem "normalen Sommertag". Es wird deutlich, daß etwa 10 Stunden für einen Qualitätsdrusch zur Verfügung stehen. Dabei ist immer zu berücksichtigen, daß auch die Abreife des Strohes gegeben sein muß. Die Strohverdrehprobe, also die Frage wie es um die Reife und damit Feuchte des Strohes steht, ist dabei ein Bestandteil der gesamten Feuchtemessung.

Die Feuchteverteilung im Getreidefeld zeigt die nächste Abbildung. Wichtig ist auch die Stärke des Taufalls. Es ist in der Praxis zu wenig bekannt, daß starker Tau das Korn stärker durchleuchten kann als eine mittellanger Regenschauer (Tabelle 3). Für Saatgut aller Art, z. B. auch für Saatroggen, der bei großer Trockenheit und in exportierten Lagen, zum Beispiel in Brandenburg leicht splittert und dadurch stark in der Keimfähigkeit beeinträchtigt wird, hat BAUMECKER die Gegebenheiten von Luftfeuchtigkeit und Tagesleistung dargestellt. BAUMECKER nutzte dabei die Möglichkeiten des Leistungszuwachses wie sie in der nächsten Abbildung dargestellt sind.

 

Die Bedeutung der Maschinenfüllung

Je trockener und damit zumeist auch empfindlicher die Saatfrüchte werden, desto mehr steigt die Bedeutung einer möglichst großen Maschinenfüllung. Die Füllung zwischen Trommel und Korb entscheidet über die Abscheidung der Körner sowohl am Korb als auch folgend der Schüttler und Rotoren. Wie sich die Körner bei verschiedener Füllung zwischen Trommel und Korb in der Korbabscheidung verhalten zeigen die Abbildungen. Wichtig ist immer die maximale Füllung der Maschine!

Die Qualitätserhaltung, also Saatgutschonung ist immer dann am höchsten, wenn der Rückprall der Körner von den Korbleisten möglichst gering gehalten wird. Trifft eine Schlagleiste z. B. mit einer hohen Drehzahl auf die Frucht, dann entspricht das dem Aufschlag von etwa 100 km/h. leer leidet das Korn (z. B. Saatroggen) noch keinen Schaden. Bei Saaterbsen trifft das Gleiche bei beispielsweise 50 km/h zu. Trifft das Saatgut dann aber auf die Korbleiste auf, dann prallt das Korn in der Regel mit 60 bis 80 % der Aufschlaggeschwindigkeit zurück.

Trifft dann die nächste Schlagleiste z. B. mit 100 km/h auf, dann summiert sich das mit dem Rückprall auf über 160 km/h. Dann hält das Korn der Belastung nicht mehr stand bzw. die Keimanlage wird beschädigt. Die Abbildung zeigt die Zusammenhänge.

 

Optimale Kombinationen entscheiden

Die bisherigen Darlegungen zeigen, daß von der ständigen Überwachung der Ausreife unter ständiger Feuchtemessung, aber auch Abreifeprüfung des Strohes weiter über die Auswahl der bestmöglichen Tageszeit bis zur optimalen Maschinenfüllung im Saatgutdrusch die jeweils günstigste Kombination angestrebt werden muß. Entscheidend dabei ist die "Verlustvorgabe". Dazu hat die Autorengruppe eine neue Prüfschale entwickelt, die mit Anbringungen für alle wichtigen Sonderfrüchte abzulesen gestattet, wenn eine geringe mittlere und höhere Verlustvorgabe erreicht ist, daß heißt wenn die Maschinenfüllung den notwendigen unteren Grad, den optimalen Grad oder den notwendigen maximalen Grad erreicht hat. Das ist um so wichtiger als die feinsamigen Saat- und Sonderfrüchte von dem elektronischen Bordsystem nicht erfaßt werden. Mit Hilfe dieser neuen Prüfschale, die Ende Mai 1998 in den Handel kommt, wird es möglich sein, bei jeder einzelnen Saat- und Sonderfrucht die Maschine an die höchstmögliche Leistung heranzufahren. Eine exakte Bedienanleitung, die in der Schale bzw. auf der Rückseite der Schale abriebfest aufgetragen ist, erläutert alle Arbeitsgänge und gibt vor allem die Werte für die jeweilige Situation gleich konkret vor. Es ist dies das Kernstück jeglicher Optimierung. Natürlich setzt das voraus, daß man von der Abreife und dem Ernteterrmin die günstigste Ausgangsposition wählt, die sich betrieblich finden läßt.

 

Fazit:

Der Drusch von Saat- und Sonderfrüchten erfolgt heute noch ausschließlich nach den betriebsinternen Erfahrungen. Diese sind in der Regel gut, können aber zumeist nicht die ganzen Optimierungsfaktoren beachten. Deshalb ist das Zusammenwirken einer kontinuierlichen Feuchtemessung, das Wählen des günstigsten Einsatztermins auch im Tagesverlauf und das Finden der größtmöglichen, jedoch noch optimalen Maschinenfüllung das Kernstück jeder Optimierung . Wichtig ist dabei, dass vor allem bei größeren Geländeschlägen in den feuchteren Senken die Messung exakt erfolgt und danach ggf. in Etappen geerntet wird. Eine neue Mähdruschprüfschale, die auch bei Vorhandensein moderner Bordsysteme auch bei Getreide zur Kalibrierung unverzichtbar ist und in einer exakten Anleitung des Optimierungsprozesses und tageskonkreten Werten aus der jeweiligen Messung, gibt ab 1998 die Möglichkeit, gezielt bei den Saat- und Sonderfrüchten auf die Optimierung des Drusches einzuwirken. Die neue Schale ist nach den Wünschen sehr vieler Nutzer gestaltet worden. Sie ist nur 1 Meter lang. Dadurch ist der Transport auch mit dem Pkw sehr gut möglich. Das Prüfen der Verluste bzw. das Kalibrieren der Bordsysteme geht wesentlich schneller und durch die neuen Zählkästchen sehr genauer vor sich. Auch eine neue Fühllehre wird zu Ende Mai 1998 bereit stehen. Beide Meßmittel gehören zu einem künftigen komplexen System für die Prozeßleittechnik im Mähdrusch.

 

 

 

Die genannten Tabellen und Abbildungen können bei der Pfeuffer GmbH angefordert werden!

 

 

 

________________________________________

Autorengruppe Mähdrusch
Nordhausen

Pfeuffer GmbH
Mess- und Prüfgeräte
Dipl. -Kfm. Frank Joachim Pfeuffer
Flugplatzstr. 70
97318 Kitzingen

Copyright ©  Pfeuffer GmbH, Flugplatzstraße 70. D-97318 Kitzingen, Tel. +49 (0)9321-9369-0, Fax -50 , Stand: 20. April 2006;
Fragen oder Kommentare bitte an / Questions & Comments to: Lothar Pfeuffer (Impressum)